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Warum ALDI so viele Barcodes nutzt

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  • Gerade an der Kasse zeigt sich, wie eng Verpackung, Technik und Preisstrategie zusammenhängen
  • Aldi, Rewe, Edeka, Penny und andere Discounter setzen auf zeitsparende Prozesse
  • Was verraten diese Techniken über die Discounter in unserer Region?

Wer bei ALDI einkauft, bemerkt es oft: Auf vielen Produkten sitzen gleich mehrere, teils sehr große Strichcodes. Warum? Das wirkt auf den ersten Blick übertrieben, ist aber Teil eines klaren Systems. Hinter dem simplen Aufdruck steckt ein Gedanke, der perfekt zum Discounter passt: weniger Umwege, mehr Tempo, geringere Kosten.

Warum haben ALDI-Produkte so viele Barcodes?

Mehrere Barcodes bedeuten vor allem: schneller scannen. Es geht um Zeit:

„15 Sekunden – länger darf das gerade bei der tempoverwöhnten jungen Generation nicht dauern“, meinte die Handelsexpertin des Deutschen Zukunftsinstituts, Theresa Schleicher (Merkur).

Wenn ein Artikel ohne langes Drehen sofort erfasst wird, spart das Sekunden. Aus vielen kleinen Sekunden entstehen kürzere Wartezeiten, schnellere Abläufe und am Ende eine Organisation, die mit wenig Personal sehr viele Einkäufe bewältigen kann. Genau darin liegt ein wichtiger Baustein des Discounter-Prinzips.

Produkte lassen sich aus mehreren Winkeln sofort erfassen. Wenn auf einer Packung nur ein kleiner Code sitzt, muss der Artikel oft erst gedreht werden. Bei ALDI ist die Chance deutlich größer, dass der Scanner schon beim ersten Griff trifft. Genau das beschleunigt den Bezahlvorgang vor allem wenn viele Waren hintereinander über das Band laufen.

Große und mehrfach platzierte Barcodes helfen dabei, dass Kassenkräfte Artikel rasch aus jeder Lage einscannen können. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch kleine Unterbrechungen, die im Alltag einer stark frequentierten Filiale schnell ins Gewicht fallen.

Besonders sinnvoll ist das bei Eigenmarken. Dort kann ALDI die Verpackung selbst so gestalten lassen, dass praktische Flächen für mehrere Codes eingeplant werden. Fremdmarken folgen meist anderen Verpackungsstandards und sind nicht immer so konsequent auf schnelles Kassieren getrimmt. Das erklärt auch, warum dieser Effekt in Discountern oft stärker auffaellt als in klassischen Supermärkten.

Die Geschwindigkeit zählt

Bis Aldi im Jahr 2000 Scanner-Kassen einführte, mussten die Beschäftigten sich die Preise der Produkte auswendig lernen, um sie direkt einzutippen. An der Ware wurde nichts etikettiert – auch das sollte Zeit sparen.

Auch andere Handelsketten arbeiten seit Jahren an moderner Kassentechnik, Self-Checkout und digitaler Warensteuerung. Es geht um straffe Prozesse.

Je schneller eine Kasse arbeitet, desto mehr Einkäufe können in derselben Zeit erledigt werden. Das bedeutet nicht automatisch weniger Service, aber es erlaubt eine schlankere Personalplanung. Ein Discounter mit schnellen Abläufen braucht an vielen Stellen weniger Reserve und kann seine Filialen einfacher organisieren. Genau solche Effekte gehören seit jeher zum wirtschaftlichen Grundmodell der Discounter.

Fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Ladenbau, Warenmenge, Verpackung und Technik

Der niedrige Preis entsteht nicht nur beim Einkauf großer Mengen, sondern auch durch viele unscheinbare Entscheidungen im Alltag.

Wenn ein Produkt gescannt wird, entsteht im Hintergrund ein Datensatz, der für Bestand und Nachschub wichtig ist. So lässt sich schneller erkennen, welche Artikel laufen, wann Regale leer werden und wo nachgelegt werden muss. Gerade bei Discountern mit stark standardisiertem Sortiment ist das besonders hilfreich, weil Entscheidungen auf klaren Mengen und festen Ablaufen beruhen.

Regelmäßig, saisonal, unregelmäßig

Aldi, aber auch Lidl und andere Discounter haben nur wenige, aber stark nachgefragte Artikel. Das ist typisch für Discounter. Es gibt das RSU-Modell, dass Produkte regelmäßig (R), saisonal (S) oder unregelmäßig (U) gekauft werden. Zu optimiern, welche Produkte regelmäßig und damit oft gekauft werden, ist für Discounter wichtig. Denn Discounter haben manchmal Gewinnmargen im Nachkommabereich. Sie können also nur über schiere Masse Profit machen.

Kunde macht mehr =Zeit vergeht schneller und Discounter muss weniger machen

Edeka, Globus und andere Supermärkte, aber auch die KONSUM-Märkte in der Region experimentieren auch mit Self-Checkout, hybriden Konzepten oder digitalen Zusatzsystemen. Speziell Edeka hat seine Selbstbedien-Kassen und intelligente Einkaufswagen flächendeckend ausgerollt. Mit integriertem Scanner ermöglichen die Easy Shopper oder ScanCart / SmartShopper es, Waren direkt beim Einpacken in die Tasche zu scannen, sodass das Ausräumen an der Kasse entfällt.

Das aendert aber nichts daran, dass gute Scanbarkeit eine Grundfrage bleibt. Selbst bei Selbstbedienungskassen hilft ein gut sichtbarer Code, weil er Frust senkt und Fehler vermeidet. Das Thema betrifft also nicht nur das Personal, sondern genauso die Kundenseite.

Schnell und unkompliziert

Der Einkauf soll schneller durchlaufen. Wer nur ein paar Teile holt, möchte nicht lange anstehen. Wer den Wocheneinkauf macht, möchte an der Kasse keine ständigen Unterbrechungen.

Dazu kommt ein psychologischer Effekt. Eine Kasse, an der Produkte schnell und sicher gescannt werden, wirkt geordnet und eingespielt. Das vermittelt Tempo, aber auch Kontrolle. Viele Menschen empfinden einen solchen Ablauf als angenehm, selbst wenn er sachlich und nüchtern daherkommt. Der Einkauf fühlt sich dann einfacher an, obwohl sich objektiv nur wenige Sekunden pro Artikel sparen lassen.

Praktisch lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf das, was Discounter gut können: reduzierte Auswahl, klare Wege, flotte Abwicklung. Wer preisbewusst einkauft, profitiert oft genau von diesen standardisierten Abläufen. Die Technik dahinter muss nicht aufregend sein. Sie muss funktionieren, und zwar jeden Tag unter hohem Druck.

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