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Himmelsscheibe erleben: Geheimes Wissen, der Nahe Osten und warum die Himmelsscheibe aus dem Saalekreis stammt

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  1. Himmelsscheibe von Nebra zeigt älteste der Menschheit bekannte Darstellung des Sternenhimmels
  2. Krimi mit Hehlern, Sammlern und Polizei rankt sich um den Fund der Himmelsscheibe
  3. immelsscheibe wurde im Saalekreis gefunden, aber nach einer Stadt im Burgenlandkreis benannt

Die Himmelsscheibe von Nebra ist das, was für das Land Sachsen-Anhalt am ehesten einem nationalen Symbol gleichkommt. Gefunden wurde die Himmelsscheibe am südwestlichen Rand des Saalekreises. Benannt wurde die Himmelsscheibe nach der nahe gelegenen Stadt Nebra im Burgenlandkreis.

Geschichte der Himmelsscheibe

Die Himmelsscheibe von Nebra zeigt die weltweit älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos und ist ein einzigartiges Zeugnis mitteleuropäischer Kulturgeschichte. Wer wissen will, wo die berühmte Bronzescheibe eigentlich herkommt, der ist im Besucherzentrum Arche Nebra richtig! Nahe dem Fundort eines der spektakulärsten archäologischen Funde der letzten Jahrzehnte ist 2007 das multimediale Informationszentrum in Nebra eröffnet worden.

Die Himmelsscheibe von Nebra selbst ist im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) ausgestellt.

Der Ausstellungsort der Himmelsscheibe: Das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle.

Der Fundort der Himmelsscheibe

Den exakten Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg markiert ein „Himmelsauge“: Die leicht gekrümmte Scheibe aus poliertem Edelstahl spiegelt das Firmament und verbindet Himmel und Erde genau dort, wo 3600 Jahre lang ein Bild des Himmels im Boden verborgen lag.

Ein markanter Aussichtsturm unweit der Fundstelle ermöglicht den Blick zum Horizont, wie ihn die Nutzer der Himmelsscheibe auch gehabt haben mögen. 30 m hoch und um 10° geneigt, ist er gestaltet wie der Zeiger einer überdimensionalen Sonnenuhr. Ein senkrechter Schnitt teilt das Bauwerk und markiert die Sichtachse zum Brocken: Hier ging die Sonne zur Sommersonnenwende unter, und hier ließ sich die Himmelsscheibe ausrichten und als Sonnenkalender benutzen.

Etwa 3,5 km vom Besucherzentrum entfernt, mitten im landschaftlich schönen Naturpark Saale-Unstrut-Triasland gelegen, ist der Fundort zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Shuttlebus erreichbar.

Das Besucherzentrum Arche Nebra

Herzstück der Arche Nebra ist das Planetarium. Die Show führt auf eine faszinierende Reise in das Universum der Bronzezeit und widmet sich der astronomischen Deutung der Himmelsscheibe: Unter der Planetariumskuppel wird das komplexe astronomische Wissen begreifbar, das auf der Himmelsscheibe verschlüsselt ist. Wer sie „lesen“ kann, ist Herrscher über die Zeit: Mit dieser astronomischen Uhr ließen sich schon vor 3600 Jahren Kalendertermine festlegen und der Sonnen- mit dem Mondkalender verbinden.
Die spannende Geschichte rund um die Himmelsscheibe lässt sich in der aufwändig inszenierten Dauerpräsentation nachvollziehbar. Neben einem Einblick in die Kulturgeschichte der Region, von den ersten menschlichen Zeugnissen der Steinzeit bis in mittelalterliche Zeit, erfahren Besucherinnen und Besucher  Wissenswertes über die frühe Bronzezeit vor 3600 Jahren – die Zeit der Himmelsscheibe. Die verwickelte Geschichte ihrer Herstellung mit allen Veränderungsphasen bis zu ihrer Niederlegung in die Erde wird so für jedermann anschaulich. Die Auffindung des bronzezeitlichen Hortfundes war ein wahrer Krimi – ein Kasperltheater erzählt diese Geschichte rund um Raubgräber, Archäologen und Kriminalpolizei mit einem Augenzwinkern. Multimediale Gestaltungselemente erleichtern den Zugang zu einem komplexen Thema: So geistern z. B. virtuelle Figuren durch die Vitrinen und begleiten die Besucher mit Information, Witz und Charme. Im 3D-Flug geht es aus der Sicht eines Staubkorns über Himmelsscheibe und Bronzeschwerter, und spielerische Elemente laden zum Mitmachen ein.

Führungen und Veranstaltungen

Führungen und Aktionen für verschiedene Alters- und Interessengruppen werden ganzjährig angeboten. Preise und Konditionen sowie Veranstaltungsangebote stehen immer aktuell im Internet unter www.himmelsscheibe-erleben.de oder sind telefonisch zu erfragen unter Tel. 034461-25520.

Heiraten im Planetarium und Vermietung von Räumen

Heiraten unter Sternen: Das Planetarium ist offizielles Trauzimmer der Arche Nebra. Verbindliche Termine vergibt das Standesamt der Verbandsgemeinde Unstruttal. Darüber hinaus stehen zwei Tagungsräume für Gruppen bis 20 Personen oder alternativ ein Tagungsraum für 40 bis 70 Personen (je nach Bestuhlung) zur Verfügung. Während der Wintermonate kann auch der repräsentative Panoramasaal im 1. Obergeschoss für Veranstaltungen gemietet werden. Größere Abendveranstaltungen sind im Foyer der Arche Nebra möglich. Ein Cateringbereich ist im Haus vorhanden.
Etwa 150 Pkw-Parkplätze und vier Busparkplätze stehen unterhalb der Arche Nebra am Ortsrand Kleinwangen zur Verfügung. Das Besucherzentrum ist rollstuhlgerecht eingerichtet. Zwei Behindertenparkplätze befinden sich direkt vor dem Haus. Der Aussichtsturm ist für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich. Audioguide-Angebot für Sehbehinderte und Blinde.

Himmelswege

Der Fundort der Himmelsscheibe von Nebra und das Besucherzentrum Arche Nebra sind Teil der Himmelswege, einer touristischen Route, die sensationelle archäologische Entdeckungen im südlichen Sachsen-Anhalt verbindet. Drei weitere Stationen erzählen von der Astronomie unserer Vorfahren und archäologischen Spuren Jahrtausende alten Wissens: Goseck mit dem 7000 Jahre alten Sonnenobservatorium, Langeneichstädt mit einer jungsteinzeitlichen Grabkammer mit Dolmengöttin sowie das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) mit der originalen Himmelsscheibe von Nebra.

Öffnungszeiten Besucherzentrum Arche Nebra und Turm auf dem Mittelberg

April–Oktober    täglich 10–18 Uhr
November–März    Di–Fr 10–16 Uhr, Sa/So/Feiertag 10–17 Uhr, montags und am 24.
Dezember geschlossen. Der Aussichtsturm ist auch montags
geöffnet.
Kontakt:
Arche Nebra – Die Himmelsscheibe erleben
An der Steinklöbe 16
06642 Nebra OT Kleinwangen
T: 034461-25520
F: 034461-255217
info@himmelsscheibe-erleben.de
www.himmelsscheibe-erleben.de

Berichterstattung über die Himmelsscheibe:

Harald Meller: Gut, dass die Räuber solche Trottel waren

An einem heißen Juli-Sonntag im Jahr 1999 streifen zwei Männer durch den Ziegelrodaer Forst, in den Händen Metalldetektoren, die sie über dem Boden schwenken. Sie sind frustriert, Stunden schon latschen sie glücklos durch den Wald, verkatert vom Seefest am Vorabend. Doch dann pfeift es schrill im Kopfhörer.

British Museum: Himmelsscheibe von Nebra soll in London gezeigt werden

Die über 3.600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra soll in der britischen Hauptstadt London ausgestellt werden. Bisher ist sie im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle in Sachsen-Anhalt zu sehen. Das Landesmuseum bekommt im Gegenzug hochrangige Leihgaben aus dem British Museum. Für ihre Kooperation wollen die beiden Museen einen Vertrag schließen, der am Montag in Magdeburg unterschrieben werden soll.

Unesco: Himmelsscheibe als Weltdokumentenerbe

Ein Prunkstück. Thema für eine neue Oper. Inspiration einer Schmuck-Kollektion. Die Strahlkraft der historischen Himmelscheibe ist ungebrochen. Wie am ersten Tag lockt das Fundstück die Besucher in Scharen nach Sachsen-Anhalt. Schon 900.000 Interessenten haben sich seit 2002 Sonne, Mond und Sterne im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle angesehen.

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